donauFESTWOCHEN 2012
Schloss Greinburg
Grein / Donau
Österreich
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GEISTLICHE BÜHNENDRAMATIK AUF SCHLOSS GREINBURG
Ein Geniestreich des 15-jährigen Mozart
Arkadenhof Schloss Greinburg
(bei Schlechtwetter im Rittersaal)
4360 Grein/Donau
www.schloss-greinburg.at
Christian Zenker Ozia, Fürst von Bethulien
Margot Oitzinger Giuditta, Witwe des Manasse
Marelize Gerber Amital, israelitische Edelfrau
Markus Volpert Achior, Fürst der Ammoniter
Barbara Kraus Cabri & Carmi, Anführer des Volkes
L’Orfeo Barockorchester
Michi Gaigg Dirigentin
Manuela Kloibmüller Regie
Isabella Reder Bühnenbild & Kostüme
Geistliche Bühnendramatik
Eine Stadt wird vom Feind bedrängt, sie wird belagert, die Lage ist geradezu aussichtslos – bis im letzten Moment der Befreiungsschlag gelingt: Eine der stärksten Frauengestalten des Alten Testaments, die Witwe Judith, ist Angelpunkt dieser Azione sacra.
Menschliches Wanken zwischen Hoffnung und Verzagen, Glauben und Unglauben, Mut und Verzweiflung werden mit verblüffender Sprachgewandtheit und kompositorischer Fertigkeit vom 15-jährigen Mozart musikalisch packend wie eindringlich dargestellt.
Unter den groß angelegten Vokalwerken aus W. A. Mozarts Jugendjahren ist Betulia liberata wohl das am wenigsten bekannte. Ganz in weiblicher Hand liegt mit Dirigentin Michi Gaigg, Manuela Kloibmüller (Regie) und Isabella Reder (Bühnenbild) die musikalische und szenische Umsetzung bei den donauFESTWOCHEN 2012 auf Schloss Greinburg.
Auftrag aus Italien
Es dürfte wahrscheinlich der überaus große Erfolg seiner ersten Opera seria Mitridate, rè di Ponto in Italien gewesen sein, der W. A. Mozart den Kompositionsauftrag des in Padua ansässigen Musikliebhabers Giuseppe Ximines, Fürst von Aragona, einbrachte. Mozart schrieb die Musik zu Betulia liberata 1771, kurz nach seiner mit dem Vater unternommenen ersten Italienreise.
Als Libretto wurde ein damals hochgeschätztes, mehrfach vertontes (mindestens 26 Vertonungen des Textes sind nachweisbar), geistliches Drama von Pietro Metastasio gewählt: die spannungsgeladene Erzählung von „Judith und Holofernes“ aus den apokryphen Schriften des Alten Testaments diente dem habsburgischen Hofdichter knappe 40 Jahre zuvor, 1734, als Stoff.
Was macht nun W. A. Mozart aus der literarischen Vorlage?
Er spricht eine eigenwillige, im besten Sinne jugendhafte Sprache, scheut kein Risiko, greift mit vollen Händen in die Schatztruhe musikalisch-rhetorischer Figuren, mit denen er nicht nur die Gesangspartien, sondern auch die Stimmen der Holzbläser und Violinen bestückt. Bis heute wird vermutet, dass Betulia liberata zu Mozarts Lebzeiten nie aufgeführt wurde. Ein besonderer Zwischenfall, über den sämtliche Zeugnisse fehlen, soll „eine der besten Talentproben des jungen Mozart“ (Luigi Ferdinando Tagliavini), verhindert haben.
Als Azione sacra („heilige Handlung“) beschrieben, gehört Betulia liberata zu einer bereits im
17. und auch noch bis weit ins 18. Jahrhundert hinein gepflegten Untergattung der Barockoper, deren Handlung einem Ereignis oder einer Geschichte aus der Bibel folgt. Aufgrund seines religiösen Inhalts durften Bühnenwerke dieser Art auch während der Fastenzeit zur Aufführung gebracht werden, wo das weltliche Musiktheater ansonsten zu schweigen hatte.
Mit seinem „leidenschaftlichen Mozartspiel“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung) ließ das L’Orfeo Barockorchester unter Michi Gaigg in verschiedensten Konzert- und Opernprojekten (Zaide) wie auch auf CD (mehrfach prämiert: Konzertarien mit Christoph Prégardien) aufhorchen. Eine konzertante Aufführungsserie von Betulia liberata im Jahr 2010 erzielte begeistertes Echo.
Schloss Greinburg
Greinburg 1, 4360 Grein / Donau
Österreich
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